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"Seit längerer Zeit sind
Benzinlämpchen von verschiedener Form in Verbindung mit einer
Zündvorrichtung als Taschen- oder Tischfeuerzeuge vielfach in
Gebrauch gekommen. Als Zünder dienen bei denselben die sog.
Zündblättchen, die, bandförmig aufgerollt, sich in einer an
dem Lämpchen befestigten Blechkapsel befinden und deren je eins
bei einmaliger Umdrehung des seitlichen kleinen Handgriffs
explodiert, wodurch die Lampe entzündet wird."
Brockhaus Konversations-Lexikon, 1902
"Derartige Feuerzeuge sind in fast
allen Bazaren und Galanteriewaren-Handlungen zu haben. Doch
erregen sie die Zufriedenheit ihrer Besitzer kaum in dem Grade,
wie die einfachen oder Wachszündhölzer, weil sie immerhin
einige Umständlichkeit hinsichtlich ihrer Bedienung
verursachen, und weil die Explosionsrückstände allmählich zur
Oxydation der Federn und sonstigen Metallteile führen."
M. Zistl, 1897
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Amorceband-Feuerzeuge
Zur Zündung dieser, mit Benzin oder Petroleum gefüllten
Feuerzeuge wurde das sogenannte Amorce-Band verwendet. Dabei
handelt es sich um zwei zusammengeleimte, schmale
Papierstreifen, zwischen denen nebeneinander punktförmig eine
Zündmasse aus Kaliumchlorat, Schwefelantimon und rotem
Phosphor aufgebracht war. Diese, zu einer kleinen Rolle
aufgerollten Bänder werden heute noch in Spielzeugpistolen
verwendet. Bereits vor 1823 waren ähnliche Zündstreifen als
sogenannte "Knallfidibusse" bekannt.
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Amorceband-Taschenfeuerzeuge,
Vereinigte Staaten und Frankreich, um 1880/1890
(Privatbesitz)
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Amorceband-Feuerzeuge wurden um 1870 üblich. Das Ende des
aufgerollten Zündstreifens im Inneren lief in einer Führung
unter einem kleinen Hämmerchen durch. Durch Drehung an einem
kleinen Rad wurde der Hahn gespannt und schnellte durch
Federkraft gegen das Plättchen, dass mit knall und
Funkenbildung verbrannte, ohne jedoch das Papierband oder
benachbarte Zündplättchen zu entzünden. Gleichzeitig mit
der den Zündhammer auslösenden Drehung des Rädchens wurde
das Zündband um eine Position weiterbefördert.
Amorceband-Feuerzeuge gab es in zwei Ausführungen. Bei der
einen wurde wie in den Luntenfeuerzeugen eine Lunte verwendet.
Verbreiteter jedoch waren derartige Feuerzeuge mit einem
kleinen seitlichen Tank, der mit Watte gefüllt war und oben
einen kleinen Docht hatte. Die Watte im Tank wurde mit Benzin
oder Petroleum getränkt, daher handelte es sich bei diesen
Feuerzeugen auch um die ersten Benzinfeuerzeuge.
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Amorceband-Tischfeuerzeuge,
Deutschland, 2. Hälfte 19. Jahrhundert
(Leuchtensammlung der Stadt Arnsberg / Privatbesitz)
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Ihr Auftreten wurde vor allem durch veränderte
Rauchgewohnheiten begünstigt. Bei Zigarren und Pfeifen
dauerte es verhältnismäßig lange, bis diese angezündet
waren. Daher konnte ihr Aroma durch Verbrennungsprodukte des
Benzins stark beeinträchtigt werden. Dagegen ließen sich die
Ende des vergangenen Jahrhunderts in Mode gekommenen
Zigaretten rasch anbrennen.
Nachteil der Amorceband-Feuerzeuge war vor allem der laute
Knall, der mit seinem Gebrauch verbunden war und auf seinen
Benutzer aufmerksam machte. Zu einer Zeit allerdings, in der
das Rauchen oftmals in der Abgeschiedenheit separater
Rauchsalons gepflegt wurde, mag dieser Faktor weniger von
Belang gewesen sein. Jedoch machte sich ein allmähliches
Unbrauchbarwerden durch Rost und Verbrennungsrückstände weit
unangenehmer bemerkbar.
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