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"Bei diesen Taschenfeuerzeugen wurde eine
langsam brennende Lunte, die aus locker
gesponnenen oder geflochtenen, mit
Bleinitrat, Bleiazetat oder Bleiazetat und
Kaliumchromat getränkten Baumwollgarnschnüren
hergestellt waren, auf irgendeine Art ins
Glimmen gebracht. Sie diente so
als sicheres, im Freien verwendbares
Feuerzeug."
W. Niemann/ H. du Bois, 1911 |
"Richtig bereitete Zündlunte muß
schon bei momentaner Berührung mit einem glühenden Körper
Feuer fangen, die Gluth muß sich rasch über die ganze Fläche
verbreiten und eine grünliche Asche liefern."
J. Freitag, 1887
"Die erstere Sorte besteht darin,
daß die Lunte in zollweiten Zwischenräumen mit Phosphor
betupft ist, die gerieben, die Lunte anzünden und wobei die
Etuis so eingerichtet sind, daß man die Lunte heraus und hinein
schieben kann. Sie zweite Sorte, eine arge Spielerei, zeichnet
sich dadurch aus, daß die in einer Röhre gehende Lunte durch
Zündhütchen, wozu eine besondere Vorrichtung neben der Röhre
angebracht ist, angebrannt wird."
D. von Biedermann, 1859
"In der That ist eine neuere Form
zur Erzeugung von Glimmfeuer im Freien bei Sturm und Wetter gar
nicht unpraktisch. Ein Kleines, in einer Metallkapsel
verschlossenes Räderwerk setzt ein hartes Stahlrädchen in
Rotation; wird gegen dieses ein Achat oder Sandstein gedrückt,
so sprühen lebhafte Funken ab und entzünden eine Lunte, auf
welche sie fallen. Die ganze Vorrichtung hat die Größe einer
Taschenuhr."
M. Zistl, 1897
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Luntenfeuerzeuge
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Luntenfeuerzeug
Württemberg, 1840er/1850er Jahre
(Privatbesitz)
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Die Streichhölzer hatten auf dem Gebiet der Feuererzeugung
Maßstäbe gesetzt. Sie waren billig, zuverlässig, klein und
einfach zu handhaben - daran hatten sich alle späteren
Entwicklungen zu messen. Einer der Nachteile der
Kaliumchlorat- Streichhölzer war ihre langsame Entzündung.
Es dauerte etwa fünfzehn Sekunden, bevor der Zündkopf aus
Kaliumchlorat den darunter liegenden Überzug aus Schwefel und
dieser wiederum das Hölzchen in Brand gesetzt hatte. Während
dieser Zeit löschten sie durch Luftzug leicht wieder aus.
Vor allem "waren es Mode und Bequemlichkeit des
Rauchers, die den Luntentaschenfeuerzeugen trotz ihres
höheren Preises auf Kosten des im Freien stets verlöschenden
Streichholzes Eingang verschafften." Luntenfeuerzeuge
bestanden im wesentlichen aus einer dicken Baumwolllunte, die
auf verschiede Weise entzündet wurde. Die gelbe Färbung der
Lunten entstand durch eine Behandlung mit Kaliumbichromat und
Salpeter. Die Lunten verkohlten dadurch nicht, sondern
brannten langsam und kontrolliert ab.
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Luntenfeuerzeuge mit Sandstein- Korrund-Scheiben
Deutschland, um 1885
(Privatbesitz
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Die Methoden, die Lunte anzuzünden, waren recht
unterschiedlich. Dabei wurde gelegentlich wieder auf
Feuerstahl und -stein zurückgegriffen. Verbreitet war aber in
erster Linie eine Entzündung der Lunte durch in Abständen
aufgetragene Phosphorzündmasse, die wie ein Streichholz durch
Anreißen entzündet wurde. Diese Form der Luntenfeuerzeuge
wurde in den 1840er Jahren in Wien erfunden.
Weniger üblich war das Anzünden der Lunte mit
Zündhütchen. Diese kleinen, 1822 erfundenen Kupferhütchen
waren mit Knallquecksilber gefüllt und dienten in Gewehren
und Pistolen mit Perkussionszündung zur Zündung des
Schießpulvers. Anfang der 1880er Jahre wurden
Luntenfeuerzeuge entwickelt, deren Lunte sich durch die Funken
entzündete, die bei Kontakt eines drehenden Stahlrädchens
mit einem Stück Sandstein entstanden - ähnlich einer
Schleifscheibe. Bei diesen Feuerzeugen war das Drehen der
Kurbel jedoch vergleichsweise mühselig.
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