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"Ein solches ist das Flintenschloß- feuerzeug,
welches, wie schon der Name giebt, aus einem Flinten-
schlosse besteht, welches an einer hölzernen,
auf niederigen Füssen stehenden Fassung
befestigt ist. Man legt auf die Pfanne etwas
Zunder, läßt den Pfannendeckel herab und
drückt, wenn man Feuer haben will, den aufgezogenen
Hahn los, welcher den Pfannendeckel aufschlägt,
so daß die Funken auf den Zunder fallen, wie bei
einem Gewehr auf das Zündkraut."
Christian Heinrich Schmidt, 1840 |
"Die damals nicht alte
Erfindung des französischen Feuerschlosses gab Veranlassung zu
den sogenannten mechanischen Feuerzeugen. Es waren dies
Flintenschlösser an einem eisernen oder messingernen, nicht
aber sehr zierlich gearbeiteten pistolenförmigen Griff
angebracht, wo in der etwas vertieften Pfanne, statt des Pulvers
friedlicher Zunder lag, der durch Abdrücken des Hahnes in Brand
gerieth. An der Seite war ein kleines Fach zum Schwefelfaden, an
dessen Thüre sich eine Tille zum Wachsstock befand. Wie wenig
schön sie uns auch jetzt erscheinen, damals mögen sie wohl
eine Zierde der Schreibtische gewesen sein."
Detlef von Biedermann 1859
"Die Pistolenfeuerzeuge, die auf den
ersten Schlag Feuer geben sollen, wurden eine Zeitlang häufig
gekauft, allein das Rosten derselben, besonders des
Pfannendeckels, und die Nothwendigkeit, sehr oft neuen Zunder
einbrennen zu müssen, sind Unbequemlichkeiten, die den Gebrauch
derselben gegenwärtig wenig empfehlen; dagegen bedient man sich
jetzt häufiger der Phosphorfeuerzeuge."
Christian Friedrich Bernhard Augustin, 1801
"In neuerer Zeit sind jedoch diese
mechanischen Feuerzeuge durch mehrere bequeme Arten, schnell
Feuer zu erhalten, ziemlich entbehrlich geworden."
Heinrich August Pierer, 1827
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Steinschlossfeuerzeuge
Das Steinschloss ist wie das Radschloss eine
waffentechnische Entwicklung. Es wurde um 1610 von dem Maler
und Büchsenmacher Marin de Borgeoys in Lisieux aus dem
bereits vor 1550 bekannten Schnappschloss weiterentwickelt.
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Zwei Steinschlossfeuerzeuge
Deutschland, 18. Jahrhundert
(Westfälisches Landesmuseum für Kunst- und
Kulturgeschichte)
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Der Hahn, zwischen dessen Backen ein Stück Feuerstein
eingespannt war, wird durch eine Feder gespannt. Wird
abgedrückt, schlägt der Hahn gegen die L-förmige, an einem
Scharnier befestigte Batterie. Der Feuerstein schleift an der
Batterie entlang, drückt sie auf und öffnet so die Pfanne.
Die entstehenden Funken fallen auf den Feuerschwamm, der in
der Zündpfanne an die Stelle des bei Feuerwaffen üblichen
Schießpulvers liegt.
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Schnappschlossfeuerzeug (li.) und Steinschlossfeuerzeug
(re.)
Deutschland, 17. Jahrhundert / frühes 18. Jahrhundert
(Städtische Sammlungen Schweinfurt / Privatbesitz)
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Aus dem 17. Jahrhundert sind nur wenige
Steinschlossfeuerzeuge bekannt, sie waren vielmehr vorwiegend
im 18. Jahrhundert in Gebrauch, wo sie sich bei Adel und
vermögendem Bürgertum großer Beliebtheit erfreuten. Steinschlossfeuerzeuge
gab es häufig als Schreibtischgarnituren kombiniert mit
Tintenfass und Streusandbehälter. Die aufwendig gestalteten,
mit graviertem Messing oder auch mit Gold- und Silbereinlagen
verzierten Stücke dienten zum Entzünden einer Kerze, mit der
Siegellack zum Verschließen der Briefe geschmolzen wurde.
Häufig sind auch Steinschlossfeuerzeuge in Kombination mit
einer Tischuhr als Wecker zu finden. Zur eingestellten Zeit
wird das Feuerzeug ausgelöst, der Zunder entfacht und das
Feuer über einen Schwefelfaden an den Docht einer
gleichzeitig ausgeklappten Kerze geleitet.
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Steinschloss-Tischfeuerzeug
Prag, 18. Jahrhundert
(Privatbesitz)
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Obgleich die Steinschlossfeuerzeuge nicht sehr zuverlässig
funktionierten, waren die Zeitgenossen doch voll des Lobes
über diese Erleichterung. Zeitgenossen hielten sie für
überhaupt "die beste und bequemste Form" von
Feuerzeugen, denn "ungeachtet das Feuerschlagen mit
freier Hand zu den allereinfachsten Verrichtungen gehört, so
hat man doch darauf gedacht, es durch mechanische Mittel zu
erleichtern."
Kurz nach 1800 kamen die Steinschloss-Feuerzeuge wieder
außer Gebrauch. Die aufkommenden chemischen Feuerzeuge,
insbesondere die ersten Streichhölzer, ließen die früher so
gelobten Steinschloss-Feuerzeuge in anderem Licht erscheinen
und man fand sie letztlich einfach überflüssig.
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