Phosphorfeuerzeuge
Georg Christoph Lichtenberg schlug vor, die fragilen
Glasröhrchen zu ersetzen und die
Phosphor-Schwefel-Mischung, die mit etwas Öl als Bindemittel
flüssig gehalten wurde, in einem Glasfläschchen
aufzubewahren. Er war der Ansicht, dass man diese Fläschchen in einem mit Stoff
gefütterten Blechkästchen gefahrlos mit sich herumtragen könne.
Zum
Feueranzünden musste ein schmaler Papierstreifen in die
Flasche gesteckt werden, der sich beim Herausziehen
entzündete. Bei diesen Fläschchen mit der
Phosphor-Schwefel-Mischung kam es jedoch gelegentlich vor,
dass sich der gesamte Inhalt entzündete. Lichtenberg nannte sie
"Höllische
Riech-Fläschchen" und verschickte sie falsch deklariert,
"damit die Post-Bedienten nicht optisieren, daß etwas
drinnen ist, was die gantze wertheste Gesellschaft könte
auffliegen lassen."
Im
Jahre 1809 erhielt ein gewisser Derepas in Paris ein Patent
auf "briquets phosphoriques", bei denen Phosphor und
Magnesium zu einer festen Masse zusammengeschmolzen waren und
in einer luftdichten Flasche aufbewahrt wurden. In diese
Fläschchen wurden Holzstäbchen getaucht, an deren Spitze
sich etwas Schwefel befand und die nach dem Herausziehen
entflammten.
In dieser Form wurden die "phosphorischen
Feuerzeuge", "briquets phosphoriques" oder
"phosphorus bottles" in den 1820er Jahren als
Taschenfeuerzeuge in den Straßen aller europäischen Städte
verkauft. Sie waren entweder aus Metall - üblicherweise Blei
- hergestellt oder bestanden aus einem Fläschchen mit
Phosphormischung nebst den zugehörigen Schwefelhölzern in
einem kleinen Holzetui. Aber bereits
Anfang der 1830er waren
"dieselben fast außer Gebrauch gekommen", bis
sie zu Beginn der 1850er Jahre "beinahe ganz in
Vergessenheit gerathen" waren.
Der französische Apotheker Ch. Derosne verwendet 1816 ein
Gemisch, dass weniger Phosphor enthielt. In ein mit Sand
gefülltes Glasrohr wurde ein Stück Phosphor gegeben, erhitzt
und dadurch zu rotem Phosphor umgewandelt. Daher entzünden
sich Hölzchen nicht nach dem Kontakt mit der Phosphormasse.
Man musste den Schwefelkopf, an dem etwas Phosphor haften
geblieben war, erst an einer rauen Fläche reiben, bevor die
Entzündung erfolgte.
Von diesem Feuerzeug war es nur noch ein
kleiner Schritt zu den eigentlichen Phosphorzündhölzchen.
1825 versuchte J.T. Cooper in London, Zündhölzer
herzustellen, die in ihrem Kopf Phosphor und Schwefel
vereinigten, indem er gewöhnliche Schwefelhölzer mit
Phosphor überzog. Sie wurden durch Reiben an einer rauen
Fläche entzündet, mussten jedoch unter Luftabschluss
aufbewahrt werden, da sie sich sonst zersetzten. Sie wurden
praktisch nicht erprobt und gerieten in Vergessenheit.
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